Archiv Ökologische Agrarkultur

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Die ökologische Agrarwirtschaft hat viel erreicht und geleistet.
Die Erkenntnisse und das Gedächtnis gilt es zu bewahren – dafür wurde das AÖA gegründet

Die Gründungsmitglieder des AÖA

Die Gründungsmitglieder, stehend von links nach rechts: Prof. Dr. Jürgen Heß, Dr. Uli Zerger (SÖL), Prof. Dr. Werner Troßbach, Hinrich Hansen, Dr. Alexander Gerber (BÖLW), Dr. Robert Hermanowski (FiBL), Dr. Uli Hampl, sitzend von links nach rechts: Jan von Ledebur, Prof. Dr. Engelhard Boehncke, Immo Lünzer

Hinrich Hansen – Engagierter Berater und Landwirt für die ökologische Agrarkultur

Porträt Hinrich HansenAm Abend vor Gründonnerstag (4.4.2007) wurde Hinrich (Christian) Hansen Opfer eines tragischen Verkehrsunfalls am Hermsdorfer Kreuz in Thüringen. Hinrich Hansen geboren am 14.7.1951 in Hanerau-Hademarschen, Schleswig-Holstein hat die Entwicklung der ökologischen Agrarkultur, die Zusammenarbeit der Verbände und zahlreiche Projekte über Jahrzehnte maßgeblich mitgeprägt.

Aufgewachsen bei Plön studierte er nach dem Abitur (in Eutin) Erwachsenenbildung an der Freien Universität Berlin, wo er 1978 als Diplom-Pädagoge abschloss.

Von 1979 bis 1988 war er Geschäftsführer der Bildungsstätte Stienkens-Hof für aktives Leben und Lernen in Bohmstedt, wo er auch den Betrieb seiner Schwiegereltern 1982 auf den organisch-biologischen Landbau umstellte und 1984 die Landwirtschaftsschule als Landwirtschaftsmeister abschloss.

Nach seinem Engagement als Bioland-Gruppenvertreter und Landesvorsitzender in Schleswig-Holstein war er von 1990 bis 1993 geschäftsführender Bundesvorsitzender von Bioland. In dieser Zeit legte er die Grundlage für eine erfolgreiche Entwicklung dieses Verbandes mit einer stark regional geprägten Ausrichtung. Außerdem engagierte er sich auch immer wieder für die Verbreitung der ökologischen Agrarkultur in den neuen Bundesländern.

1988 war er bereits bei der AGÖL-Gründung (ArbeitsGemeinschaft Ökologischer Landbau) in Bonn dabei und gestaltete durch sein strategisches Denken aktiv die Zusammenarbeit der Verbände mit – von 1990 bis 1992 als stellvertretender Vorsitzender.

Von 1994 bis 1999 war er als Geschäftsführer der Dialogpartner Agrar-Kultur gGmbH der Schweisfurth Stiftung (München) tätig und von 1996 bis 1999 als Projektleiter beim Altmärkischen Aufbauwerk in Apenburg.

Seit 2000 wirkte er als selbstständiger Berater in zahlreichen Projekten mit, u. a. für das „Bioregal“, das Bioprodukte regional und fair in Unterfranken vermarktet.

Seit 2002 arbeitete er in der Koordinationsstelle für das Netzwerke Demonstrationsbetriebe Ökologischer Landbau (im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau) in das er zahlreiche kreative Ideen eingebracht hat. Sein Zuständigkeitsbereich war Nord- und Ostdeutschland.

In den letzten beiden Jahren hat sich Hinrich Hansen sehr dynamisch insbesondere dem Aufbau des Tollense-Lebenspark in Alt-Rehse im Norden der mecklenburgischen Seenplatte gewidmet, wo ein Gesundheits- und Seminarzentrum entstanden ist. Hansen war Mitglied im Koordinationskreis der Solidargemeinschaft Artabana. Er hat mit viel Sachverstand und großem Engagement am Aufbau neuer Strukturen und Organisationsformen mitgewirkt. Im Lebenspark konnte er seine Vision von zeitgemäßer Gemeinschaft realisieren und hoffte, dort alt zu werden.

Hinrich Hansen verstand es als Pädagoge und Landwirt sowie als strategischer Denker immer wieder, kritische Fragen zu stellen und wichtige Impulse für die Zukunft des Ökolandbaus zu geben. Durch sein tatkräftiges Mitwirken und Freude ausstrahlendes Wesen hat er immer wieder neue Initiativen – oft auch ehrenamtlich – mit seinem klaren Sachverstand beraten.

Mit dieser Weitsicht war ihm auch die Sicherung historisch wichtiger Dokumente und Materialien zum Ökolandbau ein Herzensanliegen. Daher war er auch ein maßgeblicher Gründer des AÖA (Archiv Ökologische Agrarkultur). Seine Tochter Güde hat über dieses Archiv sogar ihre Diplomarbeit geschrieben und ein Konzept zur Organisation und Erschließung erarbeitet.

 

Im Tollense-Lebenspark in Mecklenburg Vorpommern, seinem letzten großen Projekt wird zu Ehren von Hinrich Hansen an seinem Geburtstag am 14.7. ein ganzes Wochenende lang ein Fest veranstaltet. Um ihn und sein besonderes Engagement in vielen Bereichen zu würdigen, werden auf dieser Gedenkveranstaltung ihm wichtige Themen behandelt. Eine gesonderte Einladung dazu können Menschen, die gerne dabei sein möchten, vom Tollense-Lebenspark erhalten.
Telefon: 03962 / 221 18 51; E-Mail: info@tollense-lebenspark.de
Die Bewohner des Lebensparks freuen sich auf eine rege Teilnahme.

 

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